Gate in Erikoussa

Griechenland in Sicht

Wenig bis gar kein Wind, keine erwaehnenswerte Welle. So soll unsere Querung von Otranto/Italien nach Erikoussa/Griechenland laut Wetterbericht verlaufen. Bedeutet in unserem Fall: Motorbrummen. Klar, koennten wir auf einen Tag mit passendem Wind warten und den Weg unter Segeln zurueck legen. Doch das wuerde bedeuten, Liegegebuehren in Italien zu bezahlen in der wagen Hoffnung, bald ein passendes Wetterfenster zu haben. Die Vorhersage sieht anders aus, die Liegegebuehren hier sind teurer als der Diesel den wir verbrauchen werden.

 

8.April – Auf nach Griechenland

Um 8.30 verlassen wir den Stiefelabsatz von Italien und lassen Otranto hinter uns. Wolfgang, der uns seit Manfredonia mit seinem Segelboot begleitet, bleibt noch hier. In der Nacht soll konstanter, leichter Wind wehen, fuer ihn reicht leichter Wind um zu segeln, da lohnt es sich zu warten.

Jellyfish

Jellyfish

Der Motor, unsere liebe Dorothy, brummt gemaechlich vor sich hin. Dank des neuen Motorpaneels sehen wir nun jederzeit die relevanten Motordaten und wissen sofort, ob alles in Ordnung ist. Mit einer angenehmen Drehzahl tuckert Tiki in Richtung Griechenland. Durchschnittlich 4,4 Knoten, die 53nm sind nach 12 Stunden bei

traumhaftem Wetter und einer sensationellen Sichtweite schnell vergangen. Erikoussa empfaengt uns mit kristallklarem Wasser in leuchtendem Tuerkis. Leider gehoeren auch einige Quallen mit bis zu 4m langen Tentakeln zum Empfangskomitee. Sie verhindern erfolgreich den Sprung ins erfrischende Wasser, doch dazu werden wir noch oft genug Gelegenheit bekommen. Nach einem kurzen Spaziergang ueberkommt uns dann die Muedigkeit, den ganzen Tag am Wasser, Sonnenschein, Motorbrummen und Hitze machen muede.

 

9. April – Der naechste Morgen

Erikoussa

Erikoussa

Gegen 5:30 werden wir unsanft geweckt. Tiki schaukelt wild und der Wind bringt das stehende Gut zum singen. Schnell raus, kurzen Ueberblick verschaffen, Motor an, Leinen los. Wir legen an einer anderen Stelle in der gleichen Bucht wieder an. Hier ist es geschuetzter und ruhig. Gestern war an dieser Stelle noch ein anderer Segler, er muss sich in der Nacht aufgemacht haben und der Platz ist nun fuer uns frei. Ein kurzer Rundumblick bestaetigt meinen Verdacht, Wolfgang ist noch nicht hier. Wir klettern kurzentschlossen auf den Wellenbrecher und halten schnell Ausschau, kein Boot ausser uns weit und breit. Wer weiss, vielleicht liegt er ja nur in einer anderen Bucht, erreichen koennen wir ihn nicht also bleibt erst mal abwarten.

 

Gegen Mittag ein Lebenszeichen, alles gut, er kreuzt zwischen den Inseln, laesst Erikoussa aus und steuert direkt die Insel Korfu an. An der Nordseite gibt es eine Ankerbucht namens Imerolia. Nach kurzem Ueberlegen, machen wir ein weiteres Mal die Leinen los und bringen die 17nm bis zu besagter Bucht hinter uns und erfahren im Anschluss wo Wolfgang so viel Zeit verloren hat. Er war ueber 24h unterwegs. Er musste viel kreuzen und hatte dazwischen auch mal Flaute, aber nun sind wir wieder vereint und -juuuhuuu- in Griechenland.

 

10. April – Gouvia

Am naechsten Morgen lichten wir den Anker und machen uns auf nach Gouvia. Eine Strecke von 13nm. Klares

CorfuCastle

CorfuCastle

Wasser, angenehme Wellen und Sonnenschein begleiten uns auf diesem Stueck. 2 Meilen vor der Einfahrt zur Marina nehmen wir per Funk Kontakt auf und warten auf Erlaubnis in den Kanal einfahren zu duerfen. Beim dritten Versuch (jeweils 30 min dazwischen) werden wir dann erhoert, man will uns am anderen Ende vom Kanal in Empfang nehmen, wir koennen kommen. Dort angekommen muessen wir feststellen, dass hier zwar Unmengen an Booten liegen, aber Keiner auf uns wartet. Also, nochmal, diesmal per Telefon, mit etwas Glueck geht das

besser. Tatsaechlich kommt dann ein Marinero im Schlauchboot und eskortiert uns zu unserem Liegeplatz fuer die naechste Nacht. Der Marinero vermittelt den Eindruck, dass wir ihn stoeren wuerden und ist eher unfreundlich und ungeduldig. Nachdem wir festgemacht haben, machen wir uns auf ins Buero, 54EUR will man in der Vorsaison fuer 9,54m Boot haben (4cm kuerzer und es waeren nur mehr 36EUR gewesen). Die Sanitaeren Einrichtungen sind mies, die Angestellten machen einen permanent genervten Eindruck. Nun gut, soll ja nur fuer eine Nacht sein. Wir gehen mit unseren Dokumenten zur Bushaltestelle und fahren nach Korfu-Stadt.

 

10/11. April – Korfu-Stadt – Einklarieren

Corfu

Corfu

Das Busticket kostet fuer uns beide etwa 5EUR. In der Stadt angekommen machen wir uns erfolgreich auf die Suche nach der Coast Guard. Hier werden wir sehr freundlich empfangen und man zeigt sich enorm hilfsbereit. Nach wenigen Minuten ist der erste Schritt erledigt. Zwei Weitere stehen uns noch bevor um alle Papiere, und das

in Griechenland so wichtige DEKPA in Haenden zu halten. Dafuer ist es heute jedoch schon zu spaet, die entsprechende Stelle hat nicht mehr geoeffnet. Wir spazieren noch gemuetlich durch die Stadt, finden heraus, wo das Finanzamt ist, denn da muessen wir morgen hin und machen uns zu Fuss auf zurueck zur 8km entfernten Marina in Gouvia. Dort angekommen treffen wir uns mit wieder mit Wolfgang und setzten uns in ein nettes kleines Lokal.

11. April: Nach dem Fruehstueck machen wir uns, diesmal zu Dritt, wieder auf in die Stadt. Wir gehen direkt zum Finanzamt und dann zurueck zur Coast Guard um den Prozess abzuschliessen. Insgesamt kostet uns der ganze Vorgang 65EUR (ohne die Bustickets natuerlich) und somit weit weniger als wir dachten.

ACHTUNG: ab April 2019 kommen weitere Kosten und neue Papiere dazu!

Wir erkunden noch weitere Teile von der Altstadt in Korfu, lassen uns von den Profis Christos Simatis und seinem Bruder ueber Spearguns beraten und kaufen im Anschluss unsere erste, eigene Speargun. Auf dem Weg zurueck zur Bushaltestelle kaufen wir uns noch einen Einkaufstrolley, den wir, nach einem lieben, hungrigen und sehr kraeftigen Freund schlicht „den Brenner“ nennen. ( 😉 Hey Grosser!) in Zukunft wird „Brenner“ unsere vielen, schweren Lebensmitteleinkaeufe fuer uns tragen, danke dafuer!

Zurueck in der Marina machen wir sogleich die Leinen los und Ankern in der Bucht ausserhalb. Eine weitere Nacht in der lauten und teuren Marina brauchen wir nicht.

Im naechsten Beitrag geht es zurueck zum Festland und aufs Festland. Bald erzaehl ich Dir mehr…

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One thought on “Griechenland wir kommen!

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