Tiki frontal

2 Minuten wollte er sparen…

Endlich – die Ueberstellungt! Ende Dezember, am 27. Dezember 2016 um genau zu sein, ist es nun soweit. Wir stechen in See. Alle 4, die beiden Kruemels im Pelzmantel und wir zwei im Ölzeug. Raus aus der Bunarina, auf nie-mehr-Wiedersehen.  Ab nach Porec, in die neue Marina. Doch erst mal von vorne…

 

Die Reise beginnt:

– klarerweise mit einer klitzekleinen Verzoegerung packen wir die letzten Sachen ins Auto, ersuchen die Katzen in den Luxus-Transporter einzusteigen, setzen sie dann allerdings -um Zeit zu sparen-doch eigenhaendig in den leicht modifizierten Waeschekorb, ab ins Auto mit allen Teilnehmern und – Tuuut tuuuuuut – Abfahrt!

Lange, eintoenige Kilometer auf der Autobahn folgen, eine Pinkelpause Pause zum Beine vertreten und ein paar Stunden spaeter sind wir wieder bei Tiki in Pula. Katzen und die mitgebrachten Sachen aus dem Dieselgefaehrt mit Lenkrad auf das Segel- bzw Dieselgefaehrt im Wasser bringen, einrichten fuer die Nacht. Ein kleiner Snack als Abendessen, die mitgebrachten Sachen verstauen und ab ins Bett – ratzepueh. Wollen ja an unserem grossen Tag ausgeschlafen sein.

Am naechsten Morgen, strahlendes Wetter, schnell ein Fruehstueck, alles nochmal durchsehen und eventuell noch sichern. Wir sind startklar.

Noch einen Sprung in die Marina, Karten abgeben, Schluessel holen. Oder auch nicht. Wieder zurueck auf Tiki, noch ein paar Papiere holen und wieder ins Buero der Marina, als ob sie uns noch nie gesehen haetten. Meine “Freundin” vom letzten Streit hat sich bei unserem zweiten Besuch an diesem wunderschoenen Morgen gleich mal verkruemelt. Besser so. Alles abgegeben, unterschreiben, bestaetigen lassen. Wir sind durch, Byebye – wir kommen nicht wieder.

 

Die Ueberstellung:

Wir laufen aus:

Mooring loesen und beim absinken zusehen, Festmacher loesen, ich huepfe elegant auf unsere Badeplattform, kraxel durchs Cockpit, husche zum Bug, der Motor laeuft schon, 10:15 vormittags ABFAHRT.

Gleich beim allerersten Versuch gelingt es uns kontaktfrei auszuparken und wir sind schon ein kleines bisserl frei 🙂 Die Marina bleibt hinter uns, die Bucht wird kleiner, Dorothy, unser 50PS Motor stampft fleissig und zuverlaessig in den Norden Richtung Porec. Von dort kommt auch der Wind, leider, somit wird der Motor wohl die komplette Ueberstellung lang laufen, da wir zu wenig Zeit haben um zu kreuzen. Wir wollen bei Tageslicht am Ziel sein.

 

Die Katzen

Den Katzen ist es erwartungsgemaess nicht ganz geheuer, der Motor ist laut und Tiki vibriert. Dank der Wellen kommt noch die typische auf-ab-Bewegung dazu. Summer liegt am Fussende vom Bett. Dort ist es zwar nicht so laut, aber die Bewegungen sind dort staerker. Randy bleibt etwa mittig, hilft aber nichts, das Fruehstueck musste wieder raus. Armer Bub.

Nach einiger Zeit geht Summer als Erste an Deck und fuehlt sich dort sichtlich wohler. Sie erkundet mal alles und schmeisst sich dann in die Sonne. Randy wird etwas spaeter von mir an die Luft gesetzt und erholt sich auch schlagartig. Puh, Glueck gehabt, Beide liegen in der Sonne und stehlen von unserem Mittagessen (Toastscheiben mit Kaese und Gurke). Alles wieder beruhigt, der Snack schmeckt uns allen und der Autopilot uebernimmt inzwischen die Pinne.

Autopilot

Ekelhaft, oder? 🙂

 

Wir naehern uns Porec

Wir sind derzeit ca 6 Stunden unterwegs, Porec ist quasi schon erreicht. Eric teilt sich die Steuerung mit Randy und dem Autopiloten, ich wusel inzwischen auf Tiki herum, spuel noch schnell das Geschirr mit Meerwasser vor, schmeiss die Fender wieder raus (angebunden natuerlich), will gerade die Kameras platzieren um unseren heldenhaften Einzug in Porec zu dokumentieren… Ich riskiere einen Blick ins Wasser und sehe Steine, Felsen, Algen, ein Kronkorken am Meeresgrund… “stooooooooooooop” “sofort zurueck” – zu spaet….

 

Tiki on the Rocks

Ein schmerzhaftes knirschen und grammeln erschuettert Tiki, sie schiebt sich ueber die abgerundeten Felsen und steckt fest. Liegt auf Grund. Unser Kind, einfach so, die Arme.  Tiki on the Rocks

Ein vorbeifahrender Fischer deutet uns, wir sollen da raus kommen, es waere zu seicht. Die Logge zeigt eine Wassertiefe von 1,4 Metern an, jetzt 7, jetzt 2, Tiki bewegt sich keinen Millimeter. Eric hat sich auf die Instrumente verlassen…. Scheisse verdammte…  Aber hey, der Sonnenuntergang, traumhaft schoen, hilft jetzt leider auch nichts.

 

Hilfe naht

Ich winke einen anderen Fischer zu uns, er spricht ein wenig deutsch, mit Gestik kombiniert vollkommen ausreichend. Was passiert ist sieht er selber, ich frage nach der naechsten Flut. Die komme gegen 22.00, Wasser steigt aber schon langsam wieder an. Wir sind gerade zum Gezeiten-Tiefstpunkt (inkl. Neumondtief) auf Grund gelaufen. Ich ueberlege zum wenige Meter entfernten Ufer zu rudern um zur Marina zu zischen. Dinghy ins Wasser.

Der Fischer kommt nochmal, diesmal von der anderen Seite. Ob wir schon gefunkt haben? Ja, es meldet sich aber keiner. Dafuer bewegt Tiki sich jetzt ganz leicht, das Wasser steigt weiter. Der Fischer nimmt mich mit in die Marina. Der Marine-Mitarbeiter (Zoran) lacht mich schon von weitem an und schreit “Tiki??” Ahem, ja… *hust*. Man holt noch ein paar dazu und mit 3 Fischerbooten wollen sie an Tiki zerren. (ueber 7000kg schwer, das genaue Gewicht einer Dame… ihr wisst schon).  Ich breche innerlich leicht zusammen – das wird teuer. Auf meine Nachfrage hin, winkt der Fischer ab, das passt schon, kann passieren! Erste Fahrt mit Tiki? Ja. Na dann… Puh.
Als wir dann, inzwischen zu dritt am Boot, zwei andere Boote werden noch kommen, wieder rausfahren, biegt Eric mit Tiki schon um den Wellenbrecher. Er ist also losgekommen. Die anderen Boote werden abbestellt, Tiki ist wieder “Off the Rocks” und schwimmt Richtung Marina, Steg, neue Heimat. Ich wechsel wieder auf Tiki, Eric will ja wohl auch wissen, wo wir anlegen sollen. Ich weiss das ja schon.

Nachdem wir dann endlich, mit einiger Hilfe beim verschnueren unserer Lady auf den sehr hohen Steg klettern bedanken wir uns bei allen Beteiligten und planen ein Bier auszugeben, wenn wir unser Auto geholt haben. Also ca 2 Stunden. Die Jungs hocken inzwischen bei der netten Wirtin, die auch zu den Schaulustigen gehoerte.

Fertig

Tiki in Porec, Auto in Porec, wir in Porec. Ueberstellung erledigt, wir auch.  Ab, auf ein verdientes Bier. Inzwischen ist es stockfinster. Gemeinsam mit Zoran wollen wir noch ein schnelles Bier trinken, unter 3 laesst er uns nicht ziehen :), sehen uns gemeinsam mit Wirtin, Zoran und Anderen einen Film (englisch, kroatische Untertitel, Eddie Murphy) an.

Warum Eric zwischen den beiden flachen Inselchens durchgefahren ist und nicht rundherum, wollte ich noch wissen… “Du wirst mir jetzt gleich wuergen, ich wollte 2 Minuten sparen..”

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Fortsetzung folgt…
Habt ihr Fragen, wollt ihr mit, oder ueber uns lachen? Schreibt doch einen Kommentar, wir freuen uns schon 🙂

 

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11 thoughts on “2 Minuten einsparen – Tiki on the Rocks

  1. Hallo ihr Lieben!

    So, so der liebe Eric wollte 2 Minuten Zeit sparen….

    Du ich kenne da so einen neuen Blog, da steht eine ganz tolle Geschichte über die Zeit.
    Solltest du vielleicht einmal lesen!!!

    Ahoi Captain!

    1. Hallo zurueck & herzlich Willkommen!
      Jaja, wem sagst Du das… Ich seh’s positiv – es ist nichts Schlimmes passiert und ich kann ihn damit quasi lebenslang auf die Schaufel nehmen 🙂
      Ahoi auch euch, viel Spass beim schmoekern 😉

  2. Willkommen bei meinem Sprachkurs für Seebären:

    Lektion 1:

    Die korrekte Antwort auf „MOIN!“
    heißt nicht „Guten Morgen“.
    Sie heißt „MOIN, MOIN!“

    Fortsetzung folgt!!!

    P.S: Ich hoffe ihr bereut nicht, dass ihr mir eure Karte gegeben habt!

  3. Die “Schwäche” der Männer!

    Der beste Autofahrer aller Zeiten!
    Der beste Ehemann…
    Der beste Koch…
    Der beste Liebhaber….

    Und natürlich auch jetzt

    DER BESTE KAPITÄN aller Zeiten.

    Ahoi Elisabeth!

    1. Ich haette folgende Vorschlaege…

      A) Drohgeste des Affenweibchens, wenn das Maennchen den Abwasch schlecht, oder gar nicht erledigt hat.

      B) Besonderer Knoten um das Ende von Tauwerk zu beschweren oder zu verzieren.

      C) Knoten in einem Affenschwanz, welcher als Waffe bei der Revierverteidigung eingesetzt wird.

      Wenn Du so weitermachst, mach ich Dir einen eigenen Bereich damit man Dein Lektionen leichter findet

  4. Moin, Moin!

    Diese Flagge – Blauer Peter – wird gesetzt, um anzuzeigen, dass ein Schiff innerhalb der nächsten 24 Stunden auslaufen will.

    Liebe Grüße von den Landratten.

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